Hochsensibilität (HS)

 Beratung bei Hochsensibilität / Hochempathie:

Ich bin ein hochsensibler und hochempathischer Mann. Wir High-Sensitive-Persons (HSP), zu denen geschätzt bis zu 20% der Bevölkerung zählen, nehmen unsere Umwelt in vielen Bereichen und auf vielen Ebenen deutlich intensiver wahr. Wer sich um diese Facette seiner Persönlichkeit nicht bewusst ist, wird in zahlreichen Situation davon immer wieder überfordert und gerät schnell in Stress. Oftmals fühlt sich diese Person wie ein ausgesetztes „Alien“ auf dem Planeten Erde, irritiert davon, dass der Rest der Menschheit „normaler“ wirkt und mit Reizüberflutung keine Probleme zu haben scheint. Dies sorgt für zusätzlichen Frust und weiteren Leidensdruck, weil man sich isoliert und abgetrennt von der Mehrheit fühlt. Eine (nachteilige) Taktik von Hochsensiblen ist es dann, sich in der Lebensgestaltung nach der Mehrheit zu richten, um nicht ausgegrenzt zu werden. Doch wer dauerhaft etwas „anderes“ lebt und sich gegen das wehrt, was er wahrhaftig „ist“, wird seelisch krank. 

 

Aus Gesprächen mit Klienten weiß ich, dass nicht wenige Psychotherapeuten und Psychiater in Unkenntnis von HS bereits falsche Diagnosen (Depression, Angstzustände etc.) gestellt haben, mit nachteiligen Konsequenzen für den jeweiligen Patienten, da die nachfolgende Therapie auf einem fehlerhaften Ansatz beruhte. Hochsensibilität ist aber KEINE psychische Störung! Sie ist auch kein „Lifestyle-Trend“, um sich mit diesem „Prädikat“ zu schmücken und damit „aufzuwerten“. HS ist ein durch seriöse Forschung seit Beginn der 1990er Jahre belegtes Konzept eines besonders ausgeprägten Persönlichkeitsmerkmales, welches dauerhaft ist. Die Grundlagen für HS sind uns als charakterliche Vorprägung bereits in die Wiege gelegt. Unterschiede in der Sensibilität gibt es sogar bei über 100 Tierarten – von Hunden über Zebrafinken bis hin zu Fruchtfliegen! 

 

Bei HS werden nicht nur mehr Reize aufgenommen, als bei Normalsensiblen. Diese Reize werden zudem „tiefer“ verarbeitet. Das kostet natürlich enorme Energie und Konzentration, weshalb Hochsensible bei Reizüberflutung mit dem „Herunterlassen der inneren Rollläden“ reagieren, um sich vor anhaltendem Stress zu schützen. Doch wir reagieren nicht nur intensiver auf negative und stressige Situationen, sondern eben auch auf die positiven und entspannenden Momente im Leben und im zwischenmenschlichen Bereich – und das ist doch ziemlich klasse! 

 

 Ich möchte Ihnen helfen ...

... Ihre wirklichen Bedürfnisse zu erkennen und mit der Gabe HS achtsamer und bewusster umzugehen. Für uns Hochsensible ist ein genaues Abstimmen und Optimieren unseres Verhaltens auf HS der Schlüssel zu höherer Lebensqualität. 

 

... dass Sie ihre HS nicht nur akzeptieren lernen, sondern auch deren Vorteile bewusst würdigen und konstruktiv einsetzen. Ich sehe HS nämlich als großartige Möglichkeit, das Leben mit bereichernder Tiefe und vielschichtiger Intensität zu füllen und damit ganzheitlicher zu genießen.

 

... eine persönliche Strategie zu entwickeln, sich emotional zu regulieren, den Zustrom von Reizen zu kontrollieren oder im Bedarfsfall auch zu entziehen. Diverse Entspannungsübungen helfen dabei, wieder zur Ruhe zu kommen.

 

... wie Sie für sich Ihr bester Freund/beste Freundin werden – verständnisvoll, mitfühlend und fürsorglich. So wie ein hochsensibler Mensch in der Regel auch mit seinen Mitmenschen umgeht. Genau dies sollten Sie auch bei sich anwenden und Ihre eigenen Bedürfnisse sehr ernst und wichtig nehmen. Und damit mehr aktive Verantwortung für das eigene Wohlergehen übernehmen.

 

... das Spiel einer Rolle zu beenden, wenn diese Ihrem wahrhaftigen Charakter nicht entspricht. Nicht mehr den Erwartungshaltungen anderer entsprechen, wenn sie nicht deckungsgleich mit den eigenen Bedürfnissen und Facetten sind. Selbstakzeptanz befreit die Seele – bewusst die Persönlichkeit leben, die man ist, nicht die man gerne wäre! 

 

Denn, wie es Dr. Elaine Aron, die „Mutter“ der HS-Forschung in einem Satz treffend formuliert hat: „Hochsensible sind anders, aber genauso gut.“ 


Der HSP-Test ...

... aufgebaut nach den Kriterien von Dr. Elaine Aron, die 1991 zum ersten Mal die Hochsensibilität unter dem wissenschaftlichen Begriff Processing Sensitivity“ (SPS) zu erforschen begann. Davon abgeleitet wurde die heute gebräuchlichere Bezeichnung „High-Sensitive-Person“ (HSP). Für den Test, dessen Beantwortung in wenigen Minuten erledigt ist, bitte hier klicken. (Sie werden damit auf die Website „www.zartbesaitet.net“ weitergeleitet.)

Einen weiteren Test finden Sie hier (Weiterleitung auf„www.hochsensiblepersonen.com“)


Hochsensibilität & Männer

Gerade bei uns Männern ist das Thema HS eine heikle Sache und ziemliche Herausforderung, weil Sensibilität und Empathie schnell als „Schwäche“ be- und verurteilt werden, obwohl es sich um begrüßenswerte Eigenschaften handelt, die von der Gesellschaft jedoch eher Frauen zugeordnet werden. 

 

Dabei ist HS weder weiblich noch männlich, es ist einfach nur menschlich. Doch im Gegensatz zu Frauen, die Dank Emanzipation alles sein dürfen, leiden Männer noch immer unter einem stereotypischen und reichlich antiquierten Rollenbild. Alles zwischen Dreitagebart-Jungmanager und stumpfen Höhlenmenschen wird akzeptiert, aber kaum etwas, was sich jenseits dieses schablonenhaften Denkens bewegt.

 

Es ist höchste Zeit, dass sich auch die Männer emanzipieren und einfordern, was Frauen ebenfalls anstreben: sein zu dürfen, was sie sind. Warum sollte ein Mann nicht genauso emotional sein dürfen wie eine Frau, ohne dafür gering geschätzt zu werden? Männer sollten sich von längst überholten Stereotypen aus der Mottenkiste verabschieden und „ihr persönliches Ding“ machen, in dem sie sich „erkennen“ und sich ihrer charakterlichen Eigenständigkeit klar werden … und diese selbstbewusst leben. 

 

Weg von stumpfen Rollenbildern, hin zu einer ganzheitlichen, authentischen, maskulinen Vielseitigkeit. Mutig ist der feinfühlige und sensible Mann, der lebt, was er ist, nicht das, was andere von ihm erwarten und sich dafür verbiegt, bis seine ureigene Individualität nicht mehr erkennbar ist.

 

Von anderen akzeptiert werden, weil man(n) lebt, wie man(n) ist, beginnt damit, sich erst einmal selbst zu akzeptieren. Wer das tut, strahlt Authentizität, Präsenz und Wahrhaftigkeit aus, was vom Umfeld als Charisma wahrgenommen und als attraktiv/anziehend empfunden wird – speziell von Frauen. Tatsächlich wenden sich immer mehr Frauen von Männern ab, die wegen ihrer mangelnden Sensibilität nicht in der Lage oder Willens sind, ein Gespräch über Gefühle mit Substanz zu füllen, falls sie dieses überhaupt eingehen.

 

Unsere gesamte Gesellschaft würde sehr davon profitieren, wenn Männer alle Gefühle – nicht nur „die Klassiker“ Wut und Ärger – offen zeigen könnten, statt sie hinter Macho- und Macker-Fassaden zu verstecken, aus Angst, vor anderen unmännlich zu wirken. Denn das führt zu Frust bis hin zu Selbsthass. Zu viele hochsensible Männer führen ein Leben, welches ihrer Persönlichkeit überhaupt nicht entspricht. Diese innere Disharmonie zwischen vermeintlichem „sein müssen“ und „sein“ macht aber jeden Menschen auf lange Sicht kaputt. 

 

 Ich möchte ... 

... Ihnen die Angst zu nehmen, nicht „genug“ Mann zu sein. Männlich ist, was jeder Mann für sich persönlich als „männlich stimmig“ erklärt. Weder die Gesellschaft und schon gar nicht die „Lifestyle-Medien“ haben hier eine Definitionshoheit, nur Sie selbst. 

 

... dass Sie als Mann, der damit trotzdem Mann bleibt, Ihre HS akzeptieren lernen und in einem darauf abgestimmtes Leben Zufriedenheit und Glück zu finden. Dass Sie Ihre HS zum eigenen und zum Wohl ihrer Mitmenschen konstruktiv nutzen.

 

... dass Sie sich nie weder auf die „typisch männlichen“ Klischee-Facette reduzieren, bzw. von anderen darauf reduzieren lassen. Keine Fremdbestimmung mehr durch andere, wer und wie wir als hochsensible Männer zu sein haben. Aufhören für (vermeintliche) Anerkennung und Akzeptanz als „richtiger Kerl“ eine Show abzuziehen. Das Ziel muss sein, zu fühlen, zu spüren und zu erkennen, wie man(n) wahrhaftig ist und dem entsprechend seinen Lebensstil auszurichten. 

 

Und ich möchte, dass Sie lernen, mit der Ablehnung Ihrer Hochsensibilität – meist durch andere Männer – entspannter umgehen können. Denn meist steckt nur deren Angst dahinter, das zu tun, was Sie gewagt haben: Sich durch das Bekenntnis zu Ihrer Hochsensibilität von alten Klischees zu emanzipieren. Und sich wirklicher Freiheit, Autonomie und Unabhängigkeit zu erfreuen!


Mein Gastbeitrag auf der Website „Hochsensible Personen“

zum Thema „Männer und HSP“ finden Sie hier. (Weiterleitung auf„www.hochsensiblepersonen.com“)